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Kleinsäuger mit Charakter – das Frettchen

 

Frettchen nehmen unter den Heimtieren eine Sonderstellung ein, da sie zwar einerseits domestiziert sind, andererseits aber viel ursprüngliches Verhalten beibehalten haben. Wer sich Frettchen anschafft, muss daher sehr genau um die Bedürfnisse der Tiere wissen, um ihnen eine artgerechte Haltung bieten zu können.

Als Heimtier hat das Frettchen (Mustela putorius furo) eine lange Tradition. Bereits der Grieche Aristophanes erwähnt ca. 410 v. Chr. in seinen Komödien die Tiere und Aristoteles benennt sie als treue Jagdhelfer des Menschen. Auch in der Kunst hat das Frettchen seinen festen Platz. So zeigt das berühmte Gemälde „Dame mit Hermelin“ von Leonardo da Vinci in Wirklichkeit ein weißes Frettchen. Gerade diese Farbvariante war an den Höfen um diese Zeit sehr beliebt, galten die weißen Tiere doch als rein und heilig.

Biologisch handelt es sich bei den Frettchen um die domestizierte Haustierform der Mustela-Untergattung Putorius (Iltisse). Der genaue Stammvater ist aber bis heute unbekannt, da  sowohl der europäische oder Waldiltis (Mustela putorius), als auch der Steppeniltis (Mustela eversmanii) als Ursprungsform in Frage kommt. Trotz seiner langen Geschichte als Heimtier haben Frettchen aber ihren „wilden“ Charakter behalten und zeigen immer noch viele Verhaltensweisen ihre freilebenden Verwandten. Dies muss man bedenken, wenn man sich die kleinen Marder ins Haus holt, denn es gilt einige Kompromisse zu machen, will man dauerhaft Spaß an den quirligen Räubern haben. So werden Frettchen beispielsweise niemals ganz stubenrein, auch lassen sie sich zwar gerne anfassen, als Schmusetier eignen sie sich aber überhaupt nicht. Im Gegenteil, fühlen sie sich unwohl oder gar bedroht, machen sie nach Raubtierart durchaus von ihrem Gebiss Gebrauch.

Einer der grundlegenden Punkte bei der Haltung von Frettchen ist der enorme Platzbedarf der Tiere. Bei der Haltung von 2 Frettchen ist eine Grundfläche des Geheges von 2 qm2 erforderlich, wobei diese durchaus auf 2-3 Etagen verteilt werden kann. Dennoch  benötigen die Tiere dann täglichen Freilauf, wobei es gilt, das Zimmer frettchensicher einzurichten, um mögliche Gefahrenpunkte  (Einklemmen unter Möbel, Vergiftungen durch Beknabbern  giftiger Pflanzen oder  Einrichtungsgegenstände, etc.) auszuschließen. Damit sich die Tiere in der Zeit, die sie innerhalb des Geheges verbringen müssen, wohl fühlen, sollten

Hängematten, Schlafhäuschen (mindestens zwei) sowie tiergerechtes Spielzeug zur Grundausstattung gehören. Als stets aktive und sehr neugierige Räuber brauchen Frettchen ständig neue Reize, die der Halter mit ein wenig Fantasie selber herstellen kann. So ist z.B. ein mit Heu und Trockenfutter gefüllter Karton eine ideale Beschäftigung für die kleinen Marderartigen, die auf beiden Seiten für eine Menge Spaß sorgt.